Samstag, 15. September 2012

Creux du Van

Bei strahlend schönem Spätsommerwetter machten wir uns letzten Sonntag Vormittag mit Freunden auf Richtung Westschweiz. Bei Neuchâtel zweigten wir Richtung Val de Travers ab. Bereits von weitem eröffnete sich der Blick auf unser Ziel: die imposante Felsarena "Creux du Van" In Covet bogen wir links ab und fuhren ein Stück den Berg hoch. Beim Parkplatz "Chez les Favre" stellten wir unsere Autos ab und schulterten unsere Rucksäcke. Auf Schusters Rappen gings durch wunderschöne, typische Juralandschaft leicht aufwärts. Nach etwa einer Dreiviertelstunde erreichten wir das Bergrestaurant "Ferme du Soliat".



Hierher würde auch eine Strasse führen. Bei diesem goldigen Wetter war das Restaurant sehr gut besucht. Wir liessen es jedoch links liegen und nahmen den Rest bis zur Creux du Van unter die Füsse. Nach einer gemütlichen Mittagsrast erwanderten wir den Rand der 160 m steil abfallenden Felswand.






In der Ferne konnten wir  den Neuenburger- und den Bielersee erkennen


Immer wieder suchten unsere Augen (mit und ohne Feldstecher) die Felswand nach Gämsen ab, die es hier geben soll.



Schlussendlich brauchten wir aber gar keinen Feldstecher. Welch Überraschung! Am Ende des Felskessels konnten wir eine Gruppe Gämsen aus nächster Nähe beobachten. Leise hockten wir uns ins Gras und nicht nur die Kinder brachten den Mund vor lauter staunen fast nicht mehr zu.


Unser Weg führte uns nun wieder von der Felswand weg über Stock und Stein. Im Restaurant "Le Grand Vy" kehrten wir zum Zvieri ein.


Spezialität in dieser Region ist übrigens der Absinthe. Ich begnügte mich aber mit einer "Meringue Chantilly", die auch hier sehr empfehlenswert ist - nein - nicht auf jeder Wanderung esse ich Meringue.... In diesem gemütlichen Restaurantgarten hätten wir es wohl noch lange ausgehalten, aber es war schon später Nachmittag. Die im Wanderbuch angegeben Wanderzeit von zwei Stunden ist natürlich ein Illusion, wenn man alle zwei Meter stehen bleibt um die Aussicht zu geniessen.

Unser Rückweg führte wieder an idyllischen Kuhweiden vorbei (auch an diesem Weg liegt noch einmal ein Restaurant, also verdursten kann hier oben bestimmt niemand...).




Dienstag, 4. September 2012

Spuren des Bibers

Schon vor einiger Zeit haben wir den Biberdamm im nahen Bach entdeckt. Oberhalb des Dammes stand das Wasser schon bedrohlich hoch. Am Sonntag schauten wir auf unserem Spaziergang nochmal vorbei. Vermutlich wird der Damm beobachtet und "betreut". Jedenfalls ist er etwas kleiner geworden und der Wasserspiegel steht wieder etwas tiefer. Den Biber haben wir bisher leider noch nie zu Gesicht bekommen.



Mittwoch, 22. August 2012

Oeschinensee

Am Sonntag entflohen wir der Hitze und machten uns auf in die Berge. In Kandersteg starteten wir unsere Wanderung dem Öschibach entlang immer aufwärts.




Blick zurück auf Kandersteg





Wer entdeckt den Schmetterling?

Zum Wandern waren die Temperaturen schon etwas grenzwertig. Nach anderthalb Stunden erreichten wir unser Ziel auf 1'578 Metern. Hier erwarteten uns neben "angenehmen 27°C" der Oeschinensee mit seiner grandiosen Kulisse.





Der See kann auch durch eine Gondelbahn erreicht werden, was gerade für Familien mit kleinen Kindern und ältere Leute sehr praktisch und anscheinend auch beliebt ist. Die Menge hat sich aber gut um den See herum verteilt, sodass wir rasch ein gemütliches Plätzchen gefunden haben. Nachdem wir uns mit einem mitgebrachten Mittagessen gestärkt haben (am See finden sich viele kleine Grillstellen - doch Vorsicht bei Trockenheit!) genossen wir das Planschen im kühlen Bergsee.




In einem der beiden Bergrestaurants, welche direkt am See liegen genehmigten wir uns anschliessend ein Eis respektive eine währschafte Meringue. Mmh. Trotz viel Betrieb wurden wir übrigens sehr nett und schnell bedient. Und das ganze in breitem Berner-Oberländer-Dialekt - das machte das ganze noch viel freundlicher (es war übrigens das Berghotel mit den blauen Tischtüchern - nur so ein Tipp..)

Nach einem kurzen Fussmarsch (ca. 20 Min.) erreichten wir die Bergstation der Gondelbahn, wo sich noch eine Überraschung für unsere Kinder befand: Eine Rodelbahn. Nach anfänglichem Zögern (es kam gerade ein Kind mit Blessuren daher gelaufen) haben wir es dann doch ausprobiert und wie erwartet fanden es dann doch alle superlustig.



Müde und zufrieden haben wir den Rückweg ins Tal in der Gondel zurückgelegt.

Übrigens, waren mein Mann und ich vor zwei Jahren das letzte Mal am Oeschinensee. Damals im Juni. Da wir ohne Kinder unterwegs waren, haben wir eine kleine Bergtour hoch über den See zum Heuberg unternommen. Die Bilder von damals möchte ich euch nicht vorenthalten. Mir gefallen sie nämlich etwas besser als die vom Sonntag. Die Farben sind viel satter.






Sonntag, 12. August 2012

Bin wieder da!

Schwups - und schon sind sie wieder vorbei: Fünf Wochen Sommerferien. Die Schulsachen sind gepackt, die Kinder eigentlich im Bett, tigern aber immer noch herum und der Alltag steht schon vor der Tür. Zum bloggen hatte ich in den letzten drei Wochen keine Lust und nahm mir auch die Zeit nicht dazu. Nach unserem tollen Urlaub haben wir aber noch so einiges unternommen und erlebt. Wir genossen die Sonne, unseren Garten und das süsse Nichtstun. Wir räumten unseren Gartenschuppen auf und fanden dort Erstaunliches..

Wir besuchten die Insel Mainau,...


...verbrachten einige schöne Tage bei Omi und Familie in Bayern und haben einen süssen, neuen Erdenbürger begrüsst. Wir waren im Skylinepark in Bad Wörishofen,....


....besuchten die Erzgruben am Grünten...



...und ein bayrisches Trachtenfest.

Wir waren im Schwimmbad, hatten Besuch von Gottekind und Neffe und feierten 721 Jahre Schweiz.



Söhnchen half fleissig auf Grosis Bauernhof mit. Töchterchen und ich waren "lädele" (für Nicht-Schweizer: shoppen) in Bern und steckten auf der Heimfahrt fast eine halbe Stunde in einem Bahnhof fest, da sich der Zugführer aus seinem Führerstand ausgeschlossen hatte (Das ist kein Witz. Ich verstehe bloss nicht, wieso die genauen Umstände über Lautsprecher durchgesagt wurden... "Technische Probleme" hätten uns auch gereicht. Ein Grinsen konnten wir uns aber dann doch nicht verkneiffen...)



Wir genossen einen gemütlich Tambourenhöck im Wald und horchten stolz Söhnchens erstem Tambourenvortrag,...



...verbrachten kurz darauf zwei Stunden in der Notaufnahme, da ein Ast der selbstgebauten Hütte Söhnchens Kopf ein Loch bescherte...



 ...und kamen gerade rechtszeitig retour um noch einen Vortrag der "Grossen" zu hören.



Wir genossen gemütliche Stunden mit Freunden und Familie, besuchten ein Cowboy-Geburtstagsfest (selbstverständlich als waschechte Cowboys und -girls verkleidet) und liessen uns von einer Freundin ihr umgebautes Haus mit sensationeller Aussicht auf den Jurahöhen zeigen. Die Kinder nahmen am Ferienpass teil, besuchten in dessen Rahmen die Bechburg, die Müllverbrennungsanlage, machten einen Massage- und einen Einradkurs, schnupperten Hornusserluft und schauten in einem Radiostudio rein und besuchten die Sternwarte. Ich bereitete derweil schon mal das kommende Spielgruppenjahr vor und räumte unser mittlerweile im Chaos versinkendes Heim notdürftig auf. So - und zum Ferienabschluss verbrachten wir heute einen gemütlichen Nachmittag mit baden, grillen und chillen an der Emme.








Im oberen Stock in den Kinderzimmern kehrt nun doch langsam Ruhe ein. Ich genehmige mir jetzt noch ein "It's a Ladything"-Bier und freue mich fast ein wenig auf den kommenden "Alltag".

Sonntag, 22. Juli 2012

Warum denn in die Ferne schweifen...

...wenn das Gute liegt so nah!



Ursprünglich sollten es nur ein paar Tage im Jura sein. Auf dem Campingplatz Tariche direkt am Doubs wurde daraus (trotz teilweise nasskaltem Wetter) eine ganze Woche. Wenn's nach mir ginge, wären wir immer noch da... na ja, nach einer Woche Schlafen im Zelt schätzt man so ein warmes, weiches Bett dann doch wieder.

Der Campingplatz liegt idyllisch inmitten scheinbar unberührter Natur. Den sprichwörtlichen Fuchs, der dem Hasen "Gute Nacht" sagt, haben wir abends tatsächlich ums Zelt huschen sehen. Es gibt keine festen Parzellen, überall hat es Feuerstellen und Picknicktische und der Fluss lädt zum Bade. Der ganze Platz und die sanitären Anlagen sind sauber. Die Platzwartin ist sehr freundlich und entgegenkommend (ich spreche französisch und sie deutsch - das geht doch tiptop).



Zum Platz gehört auch eine Fähre welche den Wanderweg vom einen Doubsufer zum anderen verbindet. Einen Fährmann gibt's nicht, diesen Job übernehmen einfach die anwesenden Campinggäste, sprich: meistens die Kinder. Für Kinder ist campen ja sowieso die schönste Art Urlaub zu machen. Nirgendwo anders finden sie so schnell Spielkameraden.




Hätten unsere Kinder bestimmen dürfen, wir hätten den Zeltplatz vermutlich die ganze Woche nicht verlassen. Natürlich haben wir aber auch Ausflüge unternommen.

Wir haben unseren Aufenthalt im Jura für einen gemütlichen Besuch bei Verwandten genutzt, die uns Europas älteste Eiche in Châtillon gezeigt haben.




Sechs Kilometer vom Campingplatz entfernt liegt das schmucke Städtchen Saint-Ursanne, welches wir erkundet haben.


In Réclère haben wir die atemberaubenden Grotten (unglaublich welch faszinierenden Kunstwerke die Natur entstehen lässt)....


... und den darüberliegenden Dinosaurierpark besucht.


 Porrentruy haben wir uns angeschaut:


In Saint-Ursanne können Kanus gemietet werden. Für Familien gibt's eine Schnitzeljagd per Kanu auf dem Doubs. In Zweierkanus unterwegs, müssen versteckte Nummern bei im Fluss schwimmenden Ästen gesucht werden. Nach vorgängigen Zweifeln meinerseits konnten uns Töchterchen überreden es auszuprobieren. Und ich war positiv überrascht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten betreffend Richtungswechsel (es ist nicht sonderlich angenehm unter tief hängenden Büschen durchzugleiten...) haben wir es ganz gut gemeistert. Am Schluss hatten wir den richtigen Code gefunden mit dem die Kinder eine Schatztruhe öffnen konnten und sich ein kleines Geschenk nehmen durften. (Hier habe ich leider keine Bilder da ich vorsichtigerweise keine Kamera mit aufs Kanu genommen hatte.)

Und wir sind am Ufer des Doubs entlang gewandert. Es wird erzählt, am Doubs sollen Wassergeister und Elfen leben, was man gerne glauben mag, wenn man in dieser zauberhaften Landschaft unterwegs ist...