Samstag, 12. Januar 2013

Tulpen

Tulpen im Januar - muss nicht unbedingt sein, kann aber,...






...schliesslich hatten wir gestern etwas zu feiern. Zudem erheitern diese Frühlingsboten das Gemüt. Schön.

Mittwoch, 9. Januar 2013

The Hobbit - Ausflug nach Mittelerde

Hach... manches Mal lohnt es sich, einfach abzuwarten und die Säge liegen zu lassen. Plötzlich löst sich ein Problem ganz von selbst, sprich,  gewisse Leute sägen sich, ha, ha, - ritzeratze - selber in die Brücke. Das musste jetzt einfach noch schnell raus - erzählen wollte ich aber etwas ganz anderes:

Nach gemütlichen, gefüllten Festtagen sind wir nun wieder im grauen Alltag angekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes "grau" - nebelgrau. Da schwelge ich noch gerne in Erinnerung an unsere Ferientage. Als alle Weihnachts-, Verwandten-, Gotte- und Göttibesuche (na ja, fast alle) und die Silvesterfeier Geschichte waren, gönnten wir uns nämlich ein Highlight: The Hobbit!




Dieses Poster prangt seit letzter Woche an Söhnchens Zimmertür. Der Hobbit ist der Vorgänger der "Herr der Ringe"-Trilogie, auch wenn sie nicht in dieser Reihenfolge verfilmt wurden.

Söhnchen und ich sind schon im Dezember in die Fantasiewelt von J.R.R. Tolkien eingetaucht. Das Buch Der kleine Hobbit habe ich ja eigentlich für mich gekauft. Da Söhnchen aber die Angewohnheit hat, seine Nase in alle herumliegenden Bücher reinzustecken, verschwand sodann auch er nach Mittelerde. Dass er wie ein Hobbit dauernd barfuss herumläuft und auch deren Frisur meistens teilt war nichts Neues, aber er hat sich so sehr mit Bilbo Beutlin identifiziert, dass er nicht mehr wachsen wollte und  Haare an seinen Füssen suchte. Unsere beiden Buchzeichen wechselten sich eine Woche lang in der Poleposition ab, dann war Söhnchen vor mir fertig - und traurig, dass die Geschichte aus war. 

Nun gönnten wir uns also letzte Woche einen Kinobesuch. Natürlich durfte auch der Rest der Familie mit, auch ohne Vorwissen (Kinos würden vermutlich Pleite gehen, müssten alle Besucher eines Films vorher das Buch gelesen haben...). Wir suchten uns ein schnuckeliges kleines Kino in unserer Nähe, dass den Film auch für Zehnjährige freigab und, für Söhnchen und mich wichtig, diesen in 2D zeigte (gibts ja nicht mehr so oft). Meine Bedenken, der Film könnte für Söhnchen zu brutal sein, weil er ja vielerorts erst ab zwölf  war, haben sich spätestens dann zerstreut, als sich Töchterchens und nicht Söhnchens Fingernägel in meinen Unterarm gruben (das war aber nur einmal).

Die Geschichte von Bilbo Beutlin, dem Hobbit, der  vom Zauberer Gandalf mehr oder weniger unfreiwillig mit dreizehn Zwergen in ein langes Abenteuer geschickt wird ist zwar nicht ganz buchgetreu nacherzählt, aber trotzdem spannend, witzig und wunderschön gemacht. Es erstaunt bestimmt nicht, ist ja meistens so, wenn ich jetzt sage: das Buch ist schöner - man macht sich halt beim Lesen eigene Bilder im Kopf. Zudem wissen die Buchleser mehr - im Film wird ja, obwohl wir satte drei Stunden im Kino sassen, vorerst nur der erste Teil der Geschichte erzählt - die Filmindustrie will ja auch gelebt haben!

Alles in allem ist "The Hobbit" jedenfalls sehenswert und man kann sich auf ein Wiedersehen mit Bilbo, Gandalf, Thorin Eichenschild, Fili, Kili, Balin und Dwalin und wie die Zwerge alle heissen in der Fortsetzung freuen.

Übrigens: Söhnchen hat sich kurzerhand "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" in der Bibliotheke geholt und ist dort auch schon in der Mitte...


Sonntag, 16. Dezember 2012

Ritzeratze!



Da guckste wohl! So will ich mich so wenige Tage vor dem Weltuntergang auch noch einmal zu Wort melden. Ich war die letzten Monate "Blog"-müde, hatte viel zu tun und Ärger (dazu vielleicht mal in einem anderen Post).

Töchterchen muss für die Schule Wilhelm Buschs Max und Moritz auswendig lernen. Genau genommen den dritten und den fünften Streich. Als sie mir also die Schelmereien so vortrug schweiften meine Gedanken ab und ich stellte mir vor wie gut es täte, könnte man doch ab und zu, wie Max und Moritz bei Schneider Böck, bei manchen Leuten  so...

"Ritzeratze! Voller Tücke,
In die Brücke eine Lücke"

...sägen...Ach, ach, ach - nun ja - wir alle wissen welch böses Ende es mit Max und Moritz nahm. Lassen wir es also sein, geschroten und von Gänsen aufgepickt zu werden - das will ich nicht, und ja - "Bosheit ist kein Lebenszweck!". Da nehme ich dann doch lieber den Weltuntergang....

Freitag, 12. Oktober 2012

Gletschergarten und Bourbaki-Panorama

Zugfahren ist so schön! Heute führte uns unser Ferienpass-Billet nach:





Mit Regenschirm und -jacke bewaffnet konnte uns der Regen auch heute nichts anhaben. Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir das Löwendenkmal.



Gleich beim Löwendenkmal befindet sich der Eingang zum Gletschergarten. Durch ein Zeltdach vor Witterungseinflüssen geschützt können die 1872 durch Zufall entdeckten imposanten Gletschertöpfe, Findlinge und Versteinerungen besichtigt werden. Geologie hautnah erlebt.





Im gleich angrenzenden ehemaligen Wohnhaus des Entdeckers der Gletschertöpfe, Josef Wilhelm Amrein-Troller befindet sich heute ein Museum. Multimedial wird dem Besucher abwechslungsreich die Entstehung und Erforschung der Gletscher, die Eiszeit und die Erdgeschichte näher gebracht. Zudem gibts General Pfyffer's sehr eindrucksvolles Relief zu bestaunen. Es gilt als weltweit ältestes grosses Landschaftsrelief und Pionierwerk der Schweizer Kartographie. Erstellt hat es Franz Ludwig Pfyffer in den Jahren 1749-1786. Der Weg durchs Museum führt weiter durch die ehemaligen Wohnräume der Familie Pfyffer, in denen unter anderem diverse weitere Reliefs, Mineralien, Porträts der Gründerfamilie, ein frühbarockes Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer mit Biedermeiermöbeln und Gemälde mit Motiven der Schweizer Geschichte ausgestellt sind.



Nach all den interessanten Eindrücken gönnten wir uns eine Mittagspause und verpflegten uns aus dem Rucksack. Auf der Terrasse vor dem Shop stehen dazu praktischerweise extra Picknick-Tische bereit, was heutzutage leider nicht mehr in allen Museen selbstverständlich ist... Gestärkt machten wir uns auf den wunderschön gestalteten, verwinkelten Weg zum Aussichtsturm. Auf dem Turm kann man, oder könnte man, würde denn das Wetter mitspielen, die Aussicht über die Stadt Luzern und zum Pilatus geniessen.






Das war noch nicht alles. Nun konnten wir noch den Weg durch das Spiegellabyrinth "Alhambra" suchen. Das Spiegellabyrinth stammt von der Landesausstellung 1896 und befindet sich seit 1899 im Gletschergarten. Für die Kinder war es das Highlight. Ich brachte sie fast nicht mehr raus, und das nicht etwa deshalb, weil sie den Ausgang nicht gefunden hätten. Obwohl das zugegebenermassen auch nicht ganz einfach war, jedenfalls gab es einige "Nasenstosser". Draussen erwarteten uns noch einige weitere lustige "Spiegelexperimente".




Wir wollten jedoch heute noch ein Haus resp. ein Museum weiter. Bereits beim Eintritt in den Gletschergarten haben wir das Kombiticket gekauft, dass den Eintritt ins naheliegende Bourbaki-Panorama miteinschliesst. Die Bourbaki-Armee hatte im Winter 1871 die Schweizer Grenze überschritten, nachdem sie im Deutsch-Französischen Krieg von den Deutschen immer mehr Richtung Schweiz gedrängt wurde. Auf einem 10 Meter hohen und 112 Meter langen Rundgemälde ist dieses Ereignis dargestellt. Die Armee wurde an der Grenze entwaffnet und 87'000 französische Soldaten wurden für sechs Wochen in der Schweiz interniert. Beim Eintauchen in das Bild laufen einem kalte Schauer den Rücken hinunter. Mit passenden Hintergrundgeräuschen im Ohr glaubt man beim Betrachten des mit vielen Details gemalten Bildes fast die Kälte und das Elend der Menschen zu spüren. Töchterchen meinte ganz ehrfürchtig: "Man meint fast, man ist dabei.." Um den dreidimensionalen Eindruck zu verstärken, ist das Vorgelände mit Figuren und Resquisiten ausgestattet.







Müde und voller Eindrücke traten wir gegen Abend die Heimreise an. Fazit: Gletschergarten und Bourbaki-Panorama sind auf jeden Fall einen Besuch wert!

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Ferienpass der Bahn

Schlechtes Wetter in unseren Herbstferien? Ist uns egal. Wir haben Gebrauch gemacht vom, meines Erachtens, bisher tollsten Billettangebot der Bahn. Für 129 Franken habe ich mir ein Ticket gekauft, an dem ich an vier frei wählbaren Tagen innerhalb eines Monats auf dem ganzen Streckennetz der Schweiz (mit ganz wenigen Ausnahmen) reisen kann. Die Kinder fahren mit der Juniorkarte gratis mit. Sowas habe ich mir schon lange gewünscht. Ein GA auf Zeit. Super.

Letzte Woche haben wir uns zum ersten Mal aufgemacht. Söhnchen wollte unbedingt an einen See. Töchterchens Wunsch war: "Irgendwo hin, wo französisch gesprochen wird." Das liess sich vereinbaren. Also stiegen wir einfach in den Zug Richtung Westschweiz. In Neuchâtel stiegen wir aus, schauten uns die Stadt an (Töchterchen zog es vorallem in die Läden...)  und picknickten gemütlich am See.





Weiter gings via Yverdon-les-Bain halb um den Neuenburgersee herum und dann Richtung Fribourg.




Fribourg schauten wir uns leider nicht an, da wir an diesem Abend zeitig zu Hause sein wollten (Schade, ich glaube es wäre ein sehenswerter Ort - vielleicht ein andermal). Im Bahnhof Bern wühlten wir uns durch die Rush-Hour (einfach echt der Horror dieses Gedränge und Geschubse - ich habe vorsichtshalber meine Kinder an die Hand genommen, was sie in ihrem Alter natürlich nicht mehr so cool finden). Nach einem obligaten Boxenstop im Lolipop (gehört zu einem Bern-Besuch einfach dazu...mmh...) ging es nach Hause. Da schaute ich mal so aus Neugier auf der SBB-Homepage nach, was denn meine Reise so gekostet hätte: 70 Franken - aha.

Diese Woche, unsere letzte Ferienwoche verspricht wettertechnisch nichts besonderes. Es ist mehr oder weniger Regenwetter angesagt. Ist ja wurst. Im Zug regnets nicht. Gestern war der Wunsch der Kinder: Ostschweiz. Ok. Via Zürich reisten wir in zweieinhalb Stunden nach St. Gallen. Abgesehen von einem zweitägigen Kursbesuch, während dem ich nichts von der Stadt gesehen habe war ich noch nie dort. Wir waren positiv überrascht von der schmucken, gepflegten Altstadt und dem Kloster, dessen prachtvolle Kirche wir uns anschauten.
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2012 ist Gallusjahr und daher die normalerweise nicht zugängliche kleine Galluskapelle geöffnet. Eine nette Dame erklärte uns die sich darin befindlichen Gemälde und erzählte uns die Geschichte des Klosters und die Kinder bekamen sogar noch ein Buch geschenkt. Auch die reformierte Stadtkirche gleich nebenan war ein Besuch wert. Zur Zeit befindet sich dort eine Ausstellung über deren Geschichte.



Leider wurde die Zeit etwas knapp. Unsere Kinder wollten am Abend bei ihren Freunden übernachten. Alles kann man bekannterweise nicht haben. So machten wir uns um drei auf den Heimweg. Wirklich toll, dieser Ferienpass. Heute hätte mich das glatt 108 Franken gekostet! Ich habe den Kaufpreis schon eingefahren. Und so ganz nebenbei haben unsere Kinder gelernt sich in den Bahnhöfen zurechtzufinden, den richtigen Fahrsteig zu finden und bekamen auch gleich eine Lektion Schweizer Geographie dazu.

Zwei Tage haben wir noch zu gute. Leider rennt uns die Zeit fast davon. Nächste Woche beginnt die Schule wieder. Mal sehen, was sich noch ergibt.

Samstag, 15. September 2012

Creux du Van

Bei strahlend schönem Spätsommerwetter machten wir uns letzten Sonntag Vormittag mit Freunden auf Richtung Westschweiz. Bei Neuchâtel zweigten wir Richtung Val de Travers ab. Bereits von weitem eröffnete sich der Blick auf unser Ziel: die imposante Felsarena "Creux du Van" In Covet bogen wir links ab und fuhren ein Stück den Berg hoch. Beim Parkplatz "Chez les Favre" stellten wir unsere Autos ab und schulterten unsere Rucksäcke. Auf Schusters Rappen gings durch wunderschöne, typische Juralandschaft leicht aufwärts. Nach etwa einer Dreiviertelstunde erreichten wir das Bergrestaurant "Ferme du Soliat".



Hierher würde auch eine Strasse führen. Bei diesem goldigen Wetter war das Restaurant sehr gut besucht. Wir liessen es jedoch links liegen und nahmen den Rest bis zur Creux du Van unter die Füsse. Nach einer gemütlichen Mittagsrast erwanderten wir den Rand der 160 m steil abfallenden Felswand.






In der Ferne konnten wir  den Neuenburger- und den Bielersee erkennen


Immer wieder suchten unsere Augen (mit und ohne Feldstecher) die Felswand nach Gämsen ab, die es hier geben soll.



Schlussendlich brauchten wir aber gar keinen Feldstecher. Welch Überraschung! Am Ende des Felskessels konnten wir eine Gruppe Gämsen aus nächster Nähe beobachten. Leise hockten wir uns ins Gras und nicht nur die Kinder brachten den Mund vor lauter staunen fast nicht mehr zu.


Unser Weg führte uns nun wieder von der Felswand weg über Stock und Stein. Im Restaurant "Le Grand Vy" kehrten wir zum Zvieri ein.


Spezialität in dieser Region ist übrigens der Absinthe. Ich begnügte mich aber mit einer "Meringue Chantilly", die auch hier sehr empfehlenswert ist - nein - nicht auf jeder Wanderung esse ich Meringue.... In diesem gemütlichen Restaurantgarten hätten wir es wohl noch lange ausgehalten, aber es war schon später Nachmittag. Die im Wanderbuch angegeben Wanderzeit von zwei Stunden ist natürlich ein Illusion, wenn man alle zwei Meter stehen bleibt um die Aussicht zu geniessen.

Unser Rückweg führte wieder an idyllischen Kuhweiden vorbei (auch an diesem Weg liegt noch einmal ein Restaurant, also verdursten kann hier oben bestimmt niemand...).